V
Vagina
Dt. Scheide
Eines der primären weiblichen Geschlechtsorgane der Frau. Die Vagina ist ein ca. 8 – 10 cm langer Körpereingang. Sie beginnt zwischen den Schamlippen mit dem Vaginaleingang und zieht bis zum Gebärmutterhals, den sie mit dem sog. Scheidengewölbe rundherum umfasst.
Bei bestimmten Formen der Fehlbildungen der Geschlechtsorgane kann die Vagina verkürzt sein oder blind enden (siehe auch Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser Syndrom).
Vaginalagenesie
Fehlen der Anlage einer Vagina (Scheide).
Vaginalaplasie
Auch Scheidenaplasie
Unvollständige Entwicklung der Vagina.
Vaginaldehnung
Vergrößerung des Scheideneinganges und der inneren Scheide durch das Einführen von abgerundeten Stäben (Bougies) oder in der Größe angepassten Vaginal-Dilatatoren. Nach einer operativen Herstellung einer Vagina (Neovagina) ist diese Dehnung meist notwendig, um Narbenbildung und Schrumpfung zu verhindern.
Vaginalplastik
Chirurgische Operation zum Aufbau eines Scheideneinganges und der inneren Scheide.
Vecchietti Methode
Methode zur Herstellung einer Neovagina; Verbindung von Dehnungsverfahren und Operationsmethode.
Bei der Vecchietti-Methode unterscheidet man die konventionelle Durchführung, bei der ein Bauchschnitt notwendig ist (= Laparotomie), von der Durchführung mithilfe einer Bauchspiegelung (= Laparoskopie). Beide Vorgehensweisen stellen eine Verbindung von Operation und Dehnungsverfahren dar: Eine Art Kugel wird von außen in die Vaginalvertiefung eingeführt und mit Zugfäden verbunden, welche durch die Bauchdecke laufen. Durch zunehmenden Zug an diesen Fäden wird die Vaginalöffnung langsam verlängert. Während der Behandlung wird zur Befestigung der Zugfäden auf der Bauchdecke ein Halteapparat angebracht.
Virilisierung
Vermännlichung des Körpers.
Beim Mann umfasst diese den männlichen Köperbau, Behaarung, Stimmbruch, Entwicklung der männlichen Geschlechtsorgane. Bei der Frau beobachtet man bei einer Virilisierung u. a. eine Klitorishypertrophie (außergewöhnlich große, penisähnliche Klitoris), Veränderungen der Stimmhöhe, Hirsutismus.
Y
Y-Chromosom
Das Y-Chromosom ist eines der beiden Geschlechtschromosomen (Gonosomen) X und Y. Jeder Mensch besitzt zwei Gonosomen. Das Y-Chromosom enthält eine deutlich geringere Zahl an Genen als das X-Chromosom, jedoch auch eine Region mit einem identischen Bereich von X (pseudoautosomale Region). Wenn das Y-Chromosom vorhanden ist, entwickeln sich beim Menschen normalerweise männliche Gonaden und in der Folge alle anderen männlichen Geschlechtsmerkmale.
Z
Zyklus
Auch Menstruationszyklus
Zwischen der ersten Regelblutung bis zum Abschluss der Wechseljahre – und mit Ausnahme von Schwangerschaften, Stillzeiten – erleben Frauen ca. monatlich körperliche und häufig auch psychische Veränderungen. Definitionsgemäß beginnt ein Menstruationszyklus mit dem ersten Tag der Monatsblutung (Zyklustag 1) und endet mit dem ersten Tag der nächsten Monatsblutung. Am Zyklus sind viele verschiedene Organe aktiv oder passiv beteiligt, z.B. die Eierstöcke, Hypothalamus und Hypophyse (bestimmte Hirngebiete), die Gebärmutter, die Eileiter.
Zyste
Durch eine Kapsel abgeschlossener sackartiger Gewebehohlraum mit flüssigem Inhalt. Zysten sind eine spezielle, zumeist gutartige, Form von Tumoren oder ein Normalbefund (z.B. Follikelzysten).